Demenzkampagne der Diakonie

„Making of“ – ein Blick hinter die Kulissen

Die Diakonie präsentierte 2019 eine aufsehenerregende Kampagne, um über das Thema Demenz zu informieren. Mit Plakaten, Fernseh- und Hörfunkspots und in Sozialen Medien wollen wir der Demenz den Schrecken nehmen und aufzeigen, dass ein Leben voll Liebe, Lachen und Aktivität trotz Demenz möglich ist. Wir haben uns darum bemüht, betroffene Menschen selbst vor die Kamera zu bitten, ihnen eine aktive und teilhabende Rolle zu ermöglichen. Und so konnten Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses für Senioren in Mauerkirchen (OÖ) mit und ohne Demenz für ein paar Stunden Fotomodel sein - im Mittelpunkt der Dreharbeiten für eine Kampagne, die die Gesellschaft sensibilisieren soll. Das Casting Bernadette Mairinger, Leiterin des Pflege- und Betreuungsdienstes im Haus für Senioren, schlüpfte in die Rolle der „Modelagentur“. Mögliche Bewohner*innen wurden befragt, darüber hinaus mussten auch die Angehörigen mit ins Boot geholt werden. Es ist ja nichts Alltägliches im Fernsehen zu sein. Dazu kommt: obwohl immer mehr Menschen in Österreich von Demenz betroffen sind, ist über Demenz zu reden noch nicht selbstverständlich. Schlussendlich fanden sich in Frau Girlinger und Frau Pichler zwei interessierte, begeisterte Freiwillige. „Da wird d‘Verwandtschaft schaun‘!“, sagte Frau Girlinger lachend.

Making of zur Demenzkampagne der Diakonie "Für ein gutes Leben mit Demenz"

Dass ich das noch erleben darf

Der Drehtag

„Dass ich das mit meinem Alter noch erleben darf ist einfach nur schön“, bestätigte Frau Pichler ihren Auftritt. Beide Damen haben sich auch bewusst auf ihre ungewohnte Rolle als Film- und Fotomodels vorbereitet, regelmäßige Treffen im Café des Hauses für Senioren gingen den Dreharbeiten voran. Der Tag der Dreharbeiten wurde mit Neugierde und Spannung erwartet. „Wo sand‘s denn, de feschen Männer?“, äußerte Frau Girlinger. Anfang Februar war es so weit. Ein Film- und Fotografenteam kam bereits am Vortag aus Wien angereist, um dann pünktlich die Arbeiten aufnehmen zu können.

Als Frau Girlinger und Frau Pichler im örtlichen Friseursalon eintrafen, warten alle bereits auf die beiden Models, auch die Visagistin, die zu jedem Dreh natürlich dazu gehört. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Filmaufnahmen in einem möglichst alltäglichen Umfeld zu machen. Beide Damen legen viel Wert auf ihr Äußeres und nehmen die Dienste der Friseurin regelmäßig in Anspruch, daher fiel die Wahl auf diese, ihnen vertraute Situation. Nach der Maske starteten die Dreharbeiten. Wie Profis plauderten Frau Girlinger und Frau Pichler ganz unbeschwert während der Filmaufnahmen, auch wenn ihnen der Kameramann für Nahaufnahmen manchmal auf die Pelle rückte. Im Nachhinein äußerte Frau Girlinger „Iaz bin i miad, aba sche woas!“ (Jetzt bin ich müde, aber schön war´s.)

Vertrauen und Zutrauen

Bernadette Mairinger blickt voller Begeisterung auf die Tage der Film- und Fotoaufnahmen zurück. „Ich persönlich würde sofort wieder bei einem derartigen Projekt teilnehmen, da es richtig Spaß gemacht hat. Abgesehen davon bin ich der festen Überzeugung, dass wir genau so ein Zeichen setzen können. Mit dieser Botschaft kann aufgezeigt werden, dass Menschen mit Demenz sehr viel Spaß am Leben haben können, dass Stimmungen, Gefühle, Lebensfreude trotz Krankheit erhalten bleiben können. Die Haltung, die wir Menschen mit Demenz entgegen bringen, ist ausschlaggebend für ihr Wohlbefinden“. Seitens des Diakoniewerks fühlen wir uns basierend auf dieser Erfahrung bestätigt, Menschen mit Demenz mehr und mehr direkt einzubinden und ihnen mehr zuzutrauen. Nun freut sich Frau Pichler, dass sie endlich selbst im Fernsehen zu sehen sein wird. Uns geht es genauso!